Dynamische Ordnung im Business Process Management

Der Grundgedanke
In Zeiten der Krise ist Stabilität ein häufig verwendeter Begriff in der Presse. Es werden Forderungen laut, mehr Stabilität in die Wirtschaft und ihren Unternehmen zu bringen. Dieser “magische” Zustand ergibt sich aus der Dialektik zwischen Bewegung und Ordnung. In schlechten Zeiten werden insbesondere Forderungen nach mehr Ordnung laut, um den Missstand auszugleichen. Dinge, die aus dem Ruder gelaufen sind, können nicht zwangsläufig mit mehr Ordnung wieder ins Gleichgewicht (Stabilität) gebracht werden. Ein geordnetes System kann durch zusätzliche Ordnung zu mehr Instabilität führen. Dies ergibt sich dann, wenn durch zusätzliche Ordnung auch zusätzliche Regeln definiert werden und somit die Komplexität steigt. Die zusätzliche Komplexität dann zu bewältigen erhöht den Verwaltungsaufwand und führt damit zu Ineffizienzen. Der Gang zu mehr Dynamik wäre hierbei dann das passendere Mittel. Im Umkehrschluss kann ein dynamisches System durch mehr Dynamik zur Instabilität führen. Dies kann auch als Chaos bezeichnet werden.
In Bezug auf Unternehmen ergibt sich daraus eine interessante Fragestellung. Wann sollte ein Unternehmen versuchen mehr Dynamik und wann mehr Ordnung zu schaffen um sich selbst in einen stabilen Zustand zu führen?

Die Beobachtung
Junge und kleine Unternehmen gelten als besonders dynamisch. Sie sind es auch, da die Prozesse bis zur Etablierung des Unternehmens nicht klar vordefiniert bzw. beschrieben sind. Das gerade frisch entwickelte Produkt muss sich am Markt behaupten und kann gerade in frühen Phasen der Unternehmung leichter angepasst werden. Dies kann schnell dazu führen, dass sich ein “Management by Opportunities” entwickelt, in dem jeder Möglichkeit den Umsatz zu steigern zu situativ nachgegangen wird. Es entwickelt sich damit ein Chaos, bei dem die ursprüngliche Geschäftsidee nicht die möglichkeit geboten wird, sich zu entfalten.

In großen Unternehmen ist oft von der Richtung zu hören, dass sich der Gewinn insbesondere durch eine effiziente Verwaltung steigern lässt. Je klarer Prozesse definiert sind, um so effizienter können sie durchgeführt werden. Dies schränkt jedoch im Umkehrschluss auch die Dynamik ein. Produktionsanlagen z.B. werden zu Herstellung eines bestimmten Produktes hergestellt. Steht man dann der Herausforderung gegenüber, dass das Gut aufgrund veränderter Marktbedingungen weniger oder nicht mehr gekauft wird, ist eine dynamische Reaktion schwer möglich.

Das Business Process Management gestaltet und etabliert die Abläufe im Unternehmen. Wie lässt sich dann erkennen, wann die Prozesse zu chaotisch oder zu starr sind? Lassen sich aus den Prozessmodellen ablesen, welche Richtung zu mehr stabilität führen? Wie muss ein Modell aussehen, diesem Problem transparenz zu verleihen?
Mit dieser Fragestellung werde ich mich in nächster Zeit beschäftigen und stückweise Erkenntnisse daraus hier im Blog diskutieren.

Eine Reaktion zu “Dynamische Ordnung im Business Process Management”

  1. PaZa

    Hi Tamer,

    hast du dich schonmal mit den Arbeiten zur Modellierung flexibler Prozesse des LS-IS beschäftigt? Da waren auf dem letzten Zafernaseminar einige interessante Themen vorhanden. Die Ausarbeitungen waren teils nicht erwartungsgemäß, aber vielleicht bietet die Sekundärliteratur ja den ein oder anderen Ansatz für kreative udn flexible Ideen.

    Bis denn dann
    PaZa

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