Aspektorientierte Aufgabenbearbeitung
Vorsicht! Bei dem folgenden Text handelt es sich um erste Gedanken zu einem Thema. Es erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Spannend finde ich, wie ich durch dieses methodische Vorgehen fehler vermeide
“Oft stehe ich vor der Herausforderung Aufgaben zu erldigen, die mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen. Das Ergebnis hat dabei oft einen besonderen Schwerpunkt auf meine Kernkompetenzen und Interessen. Der Faktor, für den ich mich interessiere hat dabei die beste Qualität. Dann kommt das, was ich gelernt habe und das, wovon ich mal gehört habe. Dabei passiert es durchaus, dass ich Aspekte komplett vergesse.”
Worum gehts eigentlich?
In jedem Unternehmen kann man zwei verschiedene Arten von Funktionen ausführen. Die einen sind Dinge, die man immer wieder auf gleiche Art und Weise ausführt. Wichtig ist hierbei sauber und schnell zu arbeiten. Die anderen Aufgaben sind kreativerer Natur, Aufgaben die viele Schnittstellen zu anderen Abteilungen und Funktionen haben und in ihrer Art die individualität eines Unternehmens wiederspiegeln und die übergeordneten Unternehmensziele bestmöglich erreichen.
Es geht darum, bei kreativen Aufgaben ausgewogene Ergebnisse zu erzielen. Würde z.B. eine Marketingabteilung so arbeiten, wie sie es will, gäbe es bald kein Geld mehr in dem Unternehmen und ein unendlicher Bekanntheitsgrad. Würde der Programmierer einen freien Lauf bekommen, so gäbe es saubere Software, die nie fertig sein würde. Beide Abteilungen müssen bzw. sollten oft zusammen arbeiten.
Ein Beispiel
Es gilt eine Startseite für einen Internetauftritt zu gestalten. Über die Startseite bekommt der Kunde (angenommen wir haben einen Web-Shop) den ersten Eindruck. Aber was soll Sie noch können?
Der Betriebswirt:
Die Startseite muss verkaufen, also einen guten Eindruck machen, die Produkte präsentieren.
Der Designer:
Die Seite müss schön sein, Kompositorisch und vielleicht künstlerisch reichhaltig.
Der Usability-Experte:
Die Augenführung muss stimmen, alle Elemente logisch angeordnet.
Der Entwickler:
Das Design sollte auf allen Browsern gleich aussehen, also so gestaltet sein, dass Probleme gar nicht erst entstehen.
Jeder hat auf die Startseite also eine andere Perspektive, jeder interessiert sich für einen anderen Aspekt. Das Problem ist hierbei, alle Aspekte betrachtet zu haben und dann alle unter einen “Hut” zu bekommen. Da in kleineren Unternehmen aber alleine schon nicht für jeden Aspekt eine Person gibt, kann es dazu führen, dass der Designer die Usability macht, aber ohne es zu wissen. Der Entwickler ist für die Suchmaschinenoptimierung, könnte es auch gut machen, aber nur wenn er die Aufgabe bekommt , dies zu tun.
Das Vorgehen
Als erstes das Aufgabengebiet definieren. Dann alle an einen Tisch, brainstormen und sammeln. Es geht darum Aspekte, die die Startseite erfüllen muss zu identifizieren. Dadurch, dass alle Aufgabenträger beteiligt sind, wird jeder in dem Team für das Thema der anderen sensibilisiert. Hinzu kommt, dass Aspekte aufgenommen werden, von denen keiner Fachwissen dazu hat. Zurück zum Beispiel Startseite:
Aufgabe:
Startseite eines eCommerce-Shops
Aspekte:
Soll
- schön aussehen
- benutzbar sein
- die Produkte präsentieren
- Für Suchmaschinen gut indizierbar
- neue Produkte oder Funktionen zeigen
- alle Käufergruppen ansprechen (impulskäufer, etc.)
- vertrauen schaffen
- rechtlich einwandfrei sein
- in das Gesamtkonzept passen
- relevante Käufergruppen ansprechen
- ansprechende texte haben
- schnell laden
Nun das ganze noch aufbereitet
- Design
- Usability
- Marketing
- Texte
- Bilder
- SEO
- Recht
- Corporate Identity
Das interessante hierbei ist, dass die Aspekte generaliesierbar sind. Wahrscheinlich würden die gleichen Aspekte von vielen Teams ermittelt werden. Die Individualität des Unternehmens ist dabei durch die kreative Umsetzung und Gewichtung der Aspekte determiniert. Wenn der eine Weiss, was der andere tut, so können fehler vermieden und die effektivität erhöht werden.
Fürs Erste soll das hier reichen. In Zukunft möchte ich die Methode weiter ausarbeiten und ggf. mit anderen Methoden integrieren.